Meine 2 Tage in Vladivostock verbringe ich damit das Ticket fuer die Faehre zu besorgen und mein Carnet abzuholen.
Fuer Japan brauche ich angeblich ein Carnet.So behauptet es zumindest der ADAC.
Spaeter stellt sich heraus,das alle Motorradfahrer mit einem "Temporary importation of a Vehicle"arbeiten.
Dazu muss man wissen,das der ADAC das Monopol auf die Ausstellung des "Carnet" hat und damit nicht schlecht Geld verdient.
Mein Carnet habe ich in Deutschland mit einer Vollmacht beantragen lassen und anschliessend mit UPS versendet.In der UPS-Niederlassung in Deutschland wurde eine Lieferzeit Garantiert.Tatsaechlich bleibt meine Lieferung in Khabarovsk im Zoll haengen.Auf Nachfrage will man bei UPS von muendlichen Garantien nichts mehr wissen und Vladivostock sei sowieso nur Aussenbezirk fuer den keine Lieferzeiten Garantiert werden koennten.
Am Mitwoch faehrt die Faehre nach Japan.Es ist die einzige und sie faehrt nur 1x pro Woche.Es gab frueher eine direkte Faehrverbindung nach Japan.
Leider hat sich die Russische Regierung entschieden die Einheimische Autoindustrie zu foerdern und Hohe Importzoelle einzufuehren.
Frueher haben viele Leute Geld mit dem Import von Japanischen Autos nach Russland verdient, jetzt ist eine direkte Verbindung per Autofaehre nicht mehr Lukrativ.
Ich versuche am Dienstag mein Ticket auf der Faehre zu Buchen.Morgens gehe ich noch mal zum Geldautomaten und versuche Geld abzuheben.Tatsaechlich rueckt der Automat ein paar Scheine Raus.
Als ich dann allerdings im FaehrBuero bin und meine Karte durchziehe wird die Transaktion gesperrt.
Jetzt kann ich nur noch per "Western Union" Geld aus Deutschland schicken lassen.Mit den 100 euro aus meinem Guertel laesst sich das Ticket fuer die faehre nicht bezahlen. (Wir sprechen ueber 250 US fuer mich und 600 Us-Dollar fuer das Motorrad).
Ich schreibe nach Deutschland,wo meine Freundin das Geld auch recht schnell organisiert.Allerdings gibt es eine Zeitverschiebung.
Waehrrend sie noch vor der deutschen Filiale wartet bis aufgemacht wird hat der Russische Laden gleich geschlossen.
Die letzten 20 min. sitze ich wie auf Kohlen,dann ist klar,es wird nicht klappen.
Hinter mir wird die Tuer abgeschlossen.
Zum Glueck begleitet mich Yuri aus dem Hostel.Er arbeitet fuer die vereinten Nationen in New York als Buchalter.Er ist schon vor einiger Zeit aus Russland in die USA ausgewandert.Jetzt hat die UN ihn wieder nach Russland geschickt.Als er von den Problemen mit meiner Visakarte erfaehrt sagt er nur "Russland".
Tatsaechlich wartet er seit 6 Wochen darauf das sein Gehalt auf seinem Russischen Konto eintrifft.Die Amerikanische Bank hat die Ueberweisung schon getaetigt.Die russische Bank,bei der er sein Konto hat "Bearbeitet"seine ueberweisung allerdings schon eine weile.Mittlerweile hat er schon fast kein Geld mehr und fragt mich uber "Western union" aus.Vielleicht muss auch er seine Freunde fragen ,ob sie Geld schicken koennen.
Ich bin einigermasen niedergeschlagen.Mein Russisches Visa laeuft in 4 Tagen aus.Es ist also keine Option vorhanden auf die naechste Faehre zu warten.
Es haette klappen koennen wenn meine Visakarte im entscheidenden Augenblick Funktioniert haette oder ich entsprechen viel Bargeld mitgeschleppt haette.
Yuri sitzt neben mir in der Kueche des Hostels.Er hat mich fast den ganzen Tag begleitet und gedolmetscht.
Er merkt das ich unter Stress stehe.Dann sagt er:"Mach dir keine Sorgen,Ich helfe dir morgen mit dem Ticket,du wirst sehen,morgen bist du auf der Faehre".
Sein Optimismus ist ansteckend.Die Fakten sprechen allerdings gegen mich.
Am Mitwoch morgen muss ich das Geld abholen,das Ticket buchen,mein Carnet abholen,den Transportagenten treffendas motorrad verladen und das Carnet einsammeln (das dann hoffentlich schon eingetroffen ist.)
Zusaetlich wird das vorhaben durch einige Zeitvorgaben begrenzt.So oeffnet das "Western Union" Buero erst um 10 Uhr,die Faehre Faehrt um 15 Uhr und der "Check-Inn ist um 13 Uhr.
3 stunden zeit um alles zu erledigen.
Ich schlafe schlecht in dieser Nacht.
Samstag, 22. Oktober 2011
Freitag, 21. Oktober 2011
Reise nach Vladivostock
Am naechsten morgen geht es erstmal zur Bank um wegen der Visakarte nachzufragen.Nach ein paar mal verfahren finde ich auch eine Bank die Geld wechselt und einen Visa-automaten hat.
Es gibt wieder nur ein Russisches Menue,auf nachfrage erklaert man mir mit einem Schulterzucken "No Money".
Also nochmal 100E wechseln und hoffen das sich die Finanzstroeme irgendwie
normaliseren.
Schon sind wieder 2 Stunden vergangen,jetzt aber los.
Die letzten 700Km in Russland.
durch Stau und schleppenden Verkehr verbringe ich den ganzen Tag auf der Piste.Da ich weiss,das es mit Internet wieder ein Problem gibt lasse ich mir aus Deutschland per SMS die Adressen von ein paar Hostels in Vladivostock schicken.Dank meiner Russischen Sim-karte kosten mich SMS nach Deutschland nur 10cent,Warum ist das bei uns so teuer?
Bei Einbruch der Dunkelheit bin ich noch 30 Km von der Stadt entfernt.
Die haben es aber noch mal in sich.In einer kleinen Stadt vor Vladi werde ich von Auto zweimal so knapp geschnitten das es beinahe knallt.Dann erreiche ich die Stadtgrenze.Leider wird der gesammte Stadring gerade renoviert.Und Zwar Tag und Nacht.Schon von weitem kann ich die Bagger sehen.Wie in einem Tagebau arbeiten sie in mehren Etagen uebereinander.
Der gesammte Asphalt ist verschwunden.Stattdessen bestehen die Strassen aus Sand und Kieselsteinen.Das fuehrt allerdings nicht dazu,das langsamer gefahren wird.4 Spuren werden gleichzeitig in eine Baustelle ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen und Strassenmarkierungen geleitet.Es wird dicht aufgefahren und das ganze bei etwa40kmh.Der aufgewirbelte Staub laest einen gerade noch die Lichter des vorherfahrenden Autos erkennen.
Langsamer zu fahren traue ich mich aber auch nicht.Wenn die Fahrer hinter mir mein Ruecklicht im Staub nicht sehen,wars das.
Also Gas geben,egal was Federung und Instinkt sagen.Rechts tauchen kniehohe Betonkloetze aus der Dunkelheit auf.Sie begrenzen provisorisch die Fahrbahn.
Allerdings sind sie nicht beleuchtet und haben die farbe des Bodens angenommen.
Ich darf keinen von ihnen im Staub uebersehen.Weiter vorne wird die Sicht besser.Doch ich habe mich zu frueh gefreut.
Die Bauarbeiter haben versucht den Staub zu binden und die Piste grosszuegig mit Wasser besprengt.Was eben noch Staubige Piste war ist jetzt rutschiger Schlamm.Doch auch das kann die Fahrer um mich nicht beeindrucken.
Durch mein fehlendes Schutzblech werde ich mit vielen kleinen Schlammbrocken beworfen.Auch die um mich fahrenden Autos und Lkw verspruehen einen Dreckregen.Innerhalb weniger Sekunden ist mein Visier mit Schlamm eingedeckt.Ungeachtet der Schlagloecher muss ich die Hand von der Bremse nehmen um das Visier freizuwischen.Die vielen Schlammpunkte verwischen zu breiten schlieren,sauberer wird hier gar nichts.
Die naechsten Meter fahre ich Blind und einhaendig,dann habe ich den knopf fuer das Visier gefunden und ziehe es nach oben.
Jetzt krige ich zwar alles direkt ins Gesicht aber dafuer sehe ich wenigtens irgendwas.
Als ich nach 2 Stunden auf dem Stadtring endlich im Zentrum angekommen bin sind alle Muskeln von der langen Anspannung verkrampft und schmerzen.
Schnell finden sich 2 Russen die bereit sind, mir den Weg zum Hostel zu zeigen.
Allerdings spuert man,das sie ihre heimstrecke fahren,von Geschwindigkeisbegrenzungen ist nichts zu merken.
Als sich die Tuer des Hostels oeffnet sage ich als erstes meinen Namen und das ich ein Zimmer brauche.
Der junge,der mir die Tuer geoffnet hat ,starrt mich erst unglaeubig an,dann sagt er "Du brauchst eine Dusche!"
Als ich im Bad in den Spiegel schaue sehe ich einen Bergarbeiter aus dem letzten Jahrhundert.Der Bereich um die Augen ist noch relativ sauber,der Rest allerdings ist mit dunklem Schmutz ueberzogen.Ebenso meine Kleidung.
Langsam verschwindet das schmuzige Wasser im Abfluss,Bild fuer Bild sehe ich die letzten 3 Monate noch einmal vor mir.
Es ist geschafft,Russland ist durchquert!
Es gibt wieder nur ein Russisches Menue,auf nachfrage erklaert man mir mit einem Schulterzucken "No Money".
Also nochmal 100E wechseln und hoffen das sich die Finanzstroeme irgendwie
normaliseren.
Schon sind wieder 2 Stunden vergangen,jetzt aber los.
Die letzten 700Km in Russland.
durch Stau und schleppenden Verkehr verbringe ich den ganzen Tag auf der Piste.Da ich weiss,das es mit Internet wieder ein Problem gibt lasse ich mir aus Deutschland per SMS die Adressen von ein paar Hostels in Vladivostock schicken.Dank meiner Russischen Sim-karte kosten mich SMS nach Deutschland nur 10cent,Warum ist das bei uns so teuer?
Bei Einbruch der Dunkelheit bin ich noch 30 Km von der Stadt entfernt.
Die haben es aber noch mal in sich.In einer kleinen Stadt vor Vladi werde ich von Auto zweimal so knapp geschnitten das es beinahe knallt.Dann erreiche ich die Stadtgrenze.Leider wird der gesammte Stadring gerade renoviert.Und Zwar Tag und Nacht.Schon von weitem kann ich die Bagger sehen.Wie in einem Tagebau arbeiten sie in mehren Etagen uebereinander.
Der gesammte Asphalt ist verschwunden.Stattdessen bestehen die Strassen aus Sand und Kieselsteinen.Das fuehrt allerdings nicht dazu,das langsamer gefahren wird.4 Spuren werden gleichzeitig in eine Baustelle ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen und Strassenmarkierungen geleitet.Es wird dicht aufgefahren und das ganze bei etwa40kmh.Der aufgewirbelte Staub laest einen gerade noch die Lichter des vorherfahrenden Autos erkennen.
Langsamer zu fahren traue ich mich aber auch nicht.Wenn die Fahrer hinter mir mein Ruecklicht im Staub nicht sehen,wars das.
Also Gas geben,egal was Federung und Instinkt sagen.Rechts tauchen kniehohe Betonkloetze aus der Dunkelheit auf.Sie begrenzen provisorisch die Fahrbahn.
Allerdings sind sie nicht beleuchtet und haben die farbe des Bodens angenommen.
Ich darf keinen von ihnen im Staub uebersehen.Weiter vorne wird die Sicht besser.Doch ich habe mich zu frueh gefreut.
Die Bauarbeiter haben versucht den Staub zu binden und die Piste grosszuegig mit Wasser besprengt.Was eben noch Staubige Piste war ist jetzt rutschiger Schlamm.Doch auch das kann die Fahrer um mich nicht beeindrucken.
Durch mein fehlendes Schutzblech werde ich mit vielen kleinen Schlammbrocken beworfen.Auch die um mich fahrenden Autos und Lkw verspruehen einen Dreckregen.Innerhalb weniger Sekunden ist mein Visier mit Schlamm eingedeckt.Ungeachtet der Schlagloecher muss ich die Hand von der Bremse nehmen um das Visier freizuwischen.Die vielen Schlammpunkte verwischen zu breiten schlieren,sauberer wird hier gar nichts.
Die naechsten Meter fahre ich Blind und einhaendig,dann habe ich den knopf fuer das Visier gefunden und ziehe es nach oben.
Jetzt krige ich zwar alles direkt ins Gesicht aber dafuer sehe ich wenigtens irgendwas.
Als ich nach 2 Stunden auf dem Stadtring endlich im Zentrum angekommen bin sind alle Muskeln von der langen Anspannung verkrampft und schmerzen.
Schnell finden sich 2 Russen die bereit sind, mir den Weg zum Hostel zu zeigen.
Allerdings spuert man,das sie ihre heimstrecke fahren,von Geschwindigkeisbegrenzungen ist nichts zu merken.
Als sich die Tuer des Hostels oeffnet sage ich als erstes meinen Namen und das ich ein Zimmer brauche.
Der junge,der mir die Tuer geoffnet hat ,starrt mich erst unglaeubig an,dann sagt er "Du brauchst eine Dusche!"
Als ich im Bad in den Spiegel schaue sehe ich einen Bergarbeiter aus dem letzten Jahrhundert.Der Bereich um die Augen ist noch relativ sauber,der Rest allerdings ist mit dunklem Schmutz ueberzogen.Ebenso meine Kleidung.
Langsam verschwindet das schmuzige Wasser im Abfluss,Bild fuer Bild sehe ich die letzten 3 Monate noch einmal vor mir.
Es ist geschafft,Russland ist durchquert!
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Weg nach Khabarovsk
Frueh stehe ich am naechsten morgen auf.Es liegen immer noch 500Km bis Khabarovsk vor mir.Das ist fuer europaeische Verhaeltnisse nicht soviel.Allerdings wird die Strasse jetzt auch wieder kleiner.Dafuer haelt der Reifen die luft und der Oelverlust haelt sich in grenzen.
Die fahrt geht durch wunderschoene landschaften und Waelder.unterbrochen von einigen Pausen fahre ich um 20Uhr in Khabarovsk ein.Von meiner Telefonliste hat sich niemand aus Khabarovsk zurueckgemeldet.Ich habe seit 1 Woche im Zelt geschlafen und hatte zwischendurch kaum Moeglichkeiten mich zu Waschen.Spontan beschliesse ich fuer diese Nacht ein Hotel zu suchen.
Die Nachfrage beim ersten Hotel faellt allerdings ernuechternd aus. 120Euro will man dort fuer eine Nacht.es stellt sich heraus,das alle Hotels die Gross genug fuer einen Parkplatz sind entsprechende Preisvorstellungen haben.
Aber bevor ich mein Geld fuer ein Hotel ausgeben kann muss ich erstmal welches abheben.
Meine Mutter hat mir von dem hinterlegten geld vor einer Woche nochmal 1000 Euro auf mein Konto ueberwiesen,das muesste jetzt drauf sein.
Ich stecke die Karte in den Automaten und es passiert nichts.Der Automat spricht mit mir auf russisch und wirft die Karte wieder aus.Der einzige Automat der Englisch anzeigen kann,sagt das meine Karte nicht gedeckt ist.
Was passiert mit meinem Geld?Wohin verschwinden die Betraege die mir ueberwiesen werden?
Ich bin beunruhigt,schliesslich werden von dem konto auch die Mietzahlungen fuer meine Wohnung abgebucht.
Eben hatte ich mich noch auf eine Dusche und ein warmes Bett gefreut.Jetzt zaehle ich mein Rubbel-Vorraete zusammen,vielleicht reicht es noch fuer eine Tasse Tee?
Ich ziehe meinen Joker.In meinem Geldguertel sind noch 250E versteckt.ich entfalte einen der 50 Euro-Scheine und versuche eine Wechselstube zu finden.Am Sontagaben hat leider nichts mehr geoeffnet.
Schliesslich lande ich am Hauptbahnhof und frage die Taxifahrer.Sie wissen das es in einem Hotel eine Wechselstube gibt.
Die Beschreibung ist allerdings recht wirr.Ich verstehe nur ein paar mal rechts und links und eine Km-angabe.Schliesslich kommen wir ueberein das ich das Motorrad am Taxistand stehen lasse und mit einem der Taxifahrer zum besagten Hotel fahre.
Als ich zum Hotel komme wartet der Fahrer draussen mit laufendem motor.
Ich gehe zur Rezeption und sage das ich Geld wechseln muss.
"Nein" sagt die Rezeption "Nur Banken haben eine Lizenz zum Geld wechseln,wir duerfen das nicht".Ich werde aber zum Sicherheitsdienst des Hotels geschickt.
Dieser besteht aus einem Mann im Anzug am Eingang des Hotels.
Er wirkt eigentlich serioes nur die Haende mit denen er meinen Geldschein prueft sind bis auf die Finger Taetowiert."Komm mit" sagt er und wir gehen in ein Buero an der Seite des Eingangs.Dort sitzt ein zweiter Mann im Anzug der jetzt ein dickes Gelbuendel aus der Innentasche seiner Jacke zieht.Ich bekomme 3 Scheine von dem Buendel.Hatte ich am Anfang damit gerechnet eine Saftige Gebuehr oder zumindest einen schlechten Wechselkurs in kauf nehmen zu muessen stelle ich jetzt fest das ich sogar mehr Geld bekomme als die Bank mir gezahlt haette.Ich schaue einigermassen erstaunt."O.K?" fragt er.Natuerlich stimme ich zu.Wir verlassen das Buero.Er auf seinen Posten,ich zum Taxi.Eine Quittung gibt es natuerlich nicht.
Zurueck am Bahnhof wartet mein Motorrad noch auf mich.Die Taxifahrer haben es bewacht.Keiner will jedoch ein Trinkgeld fuer die Hilfe.
Jetzt wo ich weiss das ich mit dem Geld fuer Laenger auskommen muss werde ich bestimmt kein 120 euro-Hotel beziehen.Ich beschliesse weiter zu fahren.
Im dunklen fahre ich richtung Vladivostock.Ich komme nicht weit.Kurz ausserhalb der Stadt rasse ich an einem wegweiser vorbei,verdammt,war das die Autobahn die ich brauche?
Ich bremse um zu wenden.Die Strasse ist gerauemt,auf den Seitenstreifen liegt allerdings dichter Schotter.Es knirscht kurz,dann rutsch mein vorderrad weg und ich nehme eine Erdprobe.Mir passiert zum Glueck nichts und auch das Motorrad scheint nach dem wiederaufrichten einigermasen unbeschaedigt.
Als ich weiterfahren will und den ersten Gang einlege passiert allerding nichts.Statdessen hoere ich aus dem Motor nur ein rasselndes Gerauesch.Allerdings wir die Kraft nicht mehr uebertragen.
Ich taste im dunklen nach unten und beruehre den Kupplungszug.dieser bewegt sich wie er soll wenn die kupplung gezogen wird.Also liegt das problem wohl eher im Motor.Ich mache einen letzten versuch und lege bei unbetaetgter Kupplung den ersten gang ein.
Jetzt muesste eigentlich der motor abgewuergt werden.Doch er tuckert einfach weiter vor sich hin.Die Kupplung ist warscheinlich kaputt.
Unter der Ueberfuehrung auf der ich mich befinde sehe ich eine Tankstelle plus Nebengebaeude.Ich habe eine Ersatzkupplung+Federn dabei.Aber ich brauche etwas Licht und Werkzeug um die Reparatur durchzufuehren.
Ich schiebe die Maschine mit laufendem Motor bis zur Tankstelle.Hinter der Tankstelle ist ein grosser Hof mit einem bewachten Parkplatz.Ich spreche den Wachmann an und sage das ich einen Unfall hatte und Werkzeug brauche.
"Kein Problem"Sagt er und deutet hinter sich."Parkplatz,Hotel,Werkstatt".
Ich schiebe die Maschine ins Licht und da sehe ich was passiert ist.
Die Kette ist abgesprungen.Das rasselnde gerausch kommt mitnichten von einer defekten Kupplung sondern von der Kette ,die ueber den Achskoerper schleift.Ich ziehe die Kette wieder auf und das motorrad beschleunigt wieder normal.Ich bin erleichtert.
Ich soll die Maschine neben einem riesigen "Toyota Tundra"Jeep parken.Aber der Boden ist zu weich.Die Maschine kippt und der Lenker zieht eine fette Schramme in die tuer.Am Rueckspiegel Baummelt eine Papp-Pistole mit der Aufschrift "45 Mafia".
Ach du scheisse.Ich schaue mich um aber keiner hat was gesehen.Schnell steht die Maschine wieder.Diesmal mit einem Stein unterm Staender.
Dann gehe ich rueber zum Hotel.Ich habe nur 50Euro gewechselt und will fragen ob sie auch Euro anehmen.
Zu meiner ueberraschung will das Motel aber nur 30Euro inclusive Parkplatz.
Das ist der Preis den ich bereit bin zu zahlen.
Als erstes gehe ich zur Dusche.Nach 1 Woche Campen ist das jetzt auch wirklich noetig.Ich drehe den Roten Hahn auf.
Das Wasser bleibt kalt.Das kann nicht sein.Also kalt Duschen?
Einen Versuch habe ich noch.Ich oeffne den kalten Hahn und das Wasser wird warm.Irgendein vermutlich fernfahrender Scherzkeks hat die Haehne vertauscht.Der ist so lustig,der koennte von mir sein.
Die fahrt geht durch wunderschoene landschaften und Waelder.unterbrochen von einigen Pausen fahre ich um 20Uhr in Khabarovsk ein.Von meiner Telefonliste hat sich niemand aus Khabarovsk zurueckgemeldet.Ich habe seit 1 Woche im Zelt geschlafen und hatte zwischendurch kaum Moeglichkeiten mich zu Waschen.Spontan beschliesse ich fuer diese Nacht ein Hotel zu suchen.
Die Nachfrage beim ersten Hotel faellt allerdings ernuechternd aus. 120Euro will man dort fuer eine Nacht.es stellt sich heraus,das alle Hotels die Gross genug fuer einen Parkplatz sind entsprechende Preisvorstellungen haben.
Aber bevor ich mein Geld fuer ein Hotel ausgeben kann muss ich erstmal welches abheben.
Meine Mutter hat mir von dem hinterlegten geld vor einer Woche nochmal 1000 Euro auf mein Konto ueberwiesen,das muesste jetzt drauf sein.
Ich stecke die Karte in den Automaten und es passiert nichts.Der Automat spricht mit mir auf russisch und wirft die Karte wieder aus.Der einzige Automat der Englisch anzeigen kann,sagt das meine Karte nicht gedeckt ist.
Was passiert mit meinem Geld?Wohin verschwinden die Betraege die mir ueberwiesen werden?
Ich bin beunruhigt,schliesslich werden von dem konto auch die Mietzahlungen fuer meine Wohnung abgebucht.
Eben hatte ich mich noch auf eine Dusche und ein warmes Bett gefreut.Jetzt zaehle ich mein Rubbel-Vorraete zusammen,vielleicht reicht es noch fuer eine Tasse Tee?
Ich ziehe meinen Joker.In meinem Geldguertel sind noch 250E versteckt.ich entfalte einen der 50 Euro-Scheine und versuche eine Wechselstube zu finden.Am Sontagaben hat leider nichts mehr geoeffnet.
Schliesslich lande ich am Hauptbahnhof und frage die Taxifahrer.Sie wissen das es in einem Hotel eine Wechselstube gibt.
Die Beschreibung ist allerdings recht wirr.Ich verstehe nur ein paar mal rechts und links und eine Km-angabe.Schliesslich kommen wir ueberein das ich das Motorrad am Taxistand stehen lasse und mit einem der Taxifahrer zum besagten Hotel fahre.
Als ich zum Hotel komme wartet der Fahrer draussen mit laufendem motor.
Ich gehe zur Rezeption und sage das ich Geld wechseln muss.
"Nein" sagt die Rezeption "Nur Banken haben eine Lizenz zum Geld wechseln,wir duerfen das nicht".Ich werde aber zum Sicherheitsdienst des Hotels geschickt.
Dieser besteht aus einem Mann im Anzug am Eingang des Hotels.
Er wirkt eigentlich serioes nur die Haende mit denen er meinen Geldschein prueft sind bis auf die Finger Taetowiert."Komm mit" sagt er und wir gehen in ein Buero an der Seite des Eingangs.Dort sitzt ein zweiter Mann im Anzug der jetzt ein dickes Gelbuendel aus der Innentasche seiner Jacke zieht.Ich bekomme 3 Scheine von dem Buendel.Hatte ich am Anfang damit gerechnet eine Saftige Gebuehr oder zumindest einen schlechten Wechselkurs in kauf nehmen zu muessen stelle ich jetzt fest das ich sogar mehr Geld bekomme als die Bank mir gezahlt haette.Ich schaue einigermassen erstaunt."O.K?" fragt er.Natuerlich stimme ich zu.Wir verlassen das Buero.Er auf seinen Posten,ich zum Taxi.Eine Quittung gibt es natuerlich nicht.
Zurueck am Bahnhof wartet mein Motorrad noch auf mich.Die Taxifahrer haben es bewacht.Keiner will jedoch ein Trinkgeld fuer die Hilfe.
Jetzt wo ich weiss das ich mit dem Geld fuer Laenger auskommen muss werde ich bestimmt kein 120 euro-Hotel beziehen.Ich beschliesse weiter zu fahren.
Im dunklen fahre ich richtung Vladivostock.Ich komme nicht weit.Kurz ausserhalb der Stadt rasse ich an einem wegweiser vorbei,verdammt,war das die Autobahn die ich brauche?
Ich bremse um zu wenden.Die Strasse ist gerauemt,auf den Seitenstreifen liegt allerdings dichter Schotter.Es knirscht kurz,dann rutsch mein vorderrad weg und ich nehme eine Erdprobe.Mir passiert zum Glueck nichts und auch das Motorrad scheint nach dem wiederaufrichten einigermasen unbeschaedigt.
Als ich weiterfahren will und den ersten Gang einlege passiert allerding nichts.Statdessen hoere ich aus dem Motor nur ein rasselndes Gerauesch.Allerdings wir die Kraft nicht mehr uebertragen.
Ich taste im dunklen nach unten und beruehre den Kupplungszug.dieser bewegt sich wie er soll wenn die kupplung gezogen wird.Also liegt das problem wohl eher im Motor.Ich mache einen letzten versuch und lege bei unbetaetgter Kupplung den ersten gang ein.
Jetzt muesste eigentlich der motor abgewuergt werden.Doch er tuckert einfach weiter vor sich hin.Die Kupplung ist warscheinlich kaputt.
Unter der Ueberfuehrung auf der ich mich befinde sehe ich eine Tankstelle plus Nebengebaeude.Ich habe eine Ersatzkupplung+Federn dabei.Aber ich brauche etwas Licht und Werkzeug um die Reparatur durchzufuehren.
Ich schiebe die Maschine mit laufendem Motor bis zur Tankstelle.Hinter der Tankstelle ist ein grosser Hof mit einem bewachten Parkplatz.Ich spreche den Wachmann an und sage das ich einen Unfall hatte und Werkzeug brauche.
"Kein Problem"Sagt er und deutet hinter sich."Parkplatz,Hotel,Werkstatt".
Ich schiebe die Maschine ins Licht und da sehe ich was passiert ist.
Die Kette ist abgesprungen.Das rasselnde gerausch kommt mitnichten von einer defekten Kupplung sondern von der Kette ,die ueber den Achskoerper schleift.Ich ziehe die Kette wieder auf und das motorrad beschleunigt wieder normal.Ich bin erleichtert.
Ich soll die Maschine neben einem riesigen "Toyota Tundra"Jeep parken.Aber der Boden ist zu weich.Die Maschine kippt und der Lenker zieht eine fette Schramme in die tuer.Am Rueckspiegel Baummelt eine Papp-Pistole mit der Aufschrift "45 Mafia".
Ach du scheisse.Ich schaue mich um aber keiner hat was gesehen.Schnell steht die Maschine wieder.Diesmal mit einem Stein unterm Staender.
Dann gehe ich rueber zum Hotel.Ich habe nur 50Euro gewechselt und will fragen ob sie auch Euro anehmen.
Zu meiner ueberraschung will das Motel aber nur 30Euro inclusive Parkplatz.
Das ist der Preis den ich bereit bin zu zahlen.
Als erstes gehe ich zur Dusche.Nach 1 Woche Campen ist das jetzt auch wirklich noetig.Ich drehe den Roten Hahn auf.
Das Wasser bleibt kalt.Das kann nicht sein.Also kalt Duschen?
Einen Versuch habe ich noch.Ich oeffne den kalten Hahn und das Wasser wird warm.Irgendein vermutlich fernfahrender Scherzkeks hat die Haehne vertauscht.Der ist so lustig,der koennte von mir sein.
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Blutige Uebernachtung
Auf dem Weg nach Vladivostock steht noch eine Uebernachtung an.inzwischen bin ich einigermasen geuebt im Finden von Uebernachtungsmoeglichkeiten.Zweimal Links abgebogen und der Schlafplatz ist gefunden.Bevor ich allerdings im Zelt verschwinde versuche ich noch das Kaelteproblem etwas einzudaemmen.
Hierzu mache ich das Fell von meiner Sitzbank mittels Kabelbindern zu einem "Fellsack",den ich ueber das Fussende meines Schlafsacks ziehen kann.
Auf dem Weg dorthin passiert das Unglueck.Um die Loecher fuer die Kabelbinder zu schneiden benutze ich mein "Leatherman"-Taschenmesser.
Bei diesem Messer wird die Klinge durch einen Sperrmechanismus arretiert.
in dem moment, wo ich den meisten Druck ausuebe um das Fell zu Durchstechen klappt die Klinge ein,mein Daumen ist dazwischen.
Erstmal fliesst jede menge Blut.Da ich nichts sehen kann stecke ich den Daumen erstmal in den Mund, wie frueher.
Ein Verbandskasten fliegt natuerlich nicht rum.Stattdessen klebe ich die Wunde mit klopapier und Geweband ab.Das Messer hat meine Daumenkuppe durchschnitten,ist dann aber gluecklicherweise vom Fingernagel gestoppt worden.Die Wunde koennte geheftet werden,ist aber zum Glueck zum Naehen zu klein,also nicht zum naechsten Krankenhaus.
Ich bin einigermassen fassungslos.Das Messer ist nicht billig und kommt aus einem Land in dem man sogar verklagt wird, wenn der Kaffee zu heiss ist.
Irgendwann schlafe ich ein und bin froh immer noch zum "5 Finger"- Club zu gehoeren.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Der Reifen-Krimi
Ich kann die ganze nacht kaum schlafen.In den kurzen ruhepausen traeume ich davon auf der Suche nach einem Reifen solange durch eine Stadt zu laufen bis ich zusammenbreche.In meinem letztem Traum treffe ich an einer Tankstelle auf ein Motorradgespann,dann wache ich auf.
Das koennte eine Loesung sein.Ich glaube das entweder die "Isch"oder die "Ural"-Gespanne einen 17Zoll-reifen verwenden.
Ich habe meinen Wecker auf 7 Uhr gestellt.Um 6.55 liege ich schon wach und warte auf das Klingeln.Jetzt ist es soweit.
Ich fuehle mich schlagartig wach als haette ich in die Steckdose gefasst.
Schnell ziehe ich mich an.Das Motorrad und den groessten Teil meiner Ausruestung muss ich hier zuruecklassen.aber die kleinen und wertvollen Sachen verstaue ich in meiner Jacke.Dann Decke ich das Motorrad mit dem gruenen Poncho ab und lege den Rucksack und die restlichen Sachen in den Schlafsack.Der Helm kommt ans Kopfende.Dann ziehe ich den Reissverschluss zu und gebe dem Buendel ungefaehr die Form eines schlafenden Menschen.
Die Gegend ist Einsam,ich hoffe das niemand vorbeikommt.
Andereseits weiss ich nicht ,wann ich wieder vorbeikomme.Wird es ein paar stunden dauern bis ich einen Ersatzreifen aufgetrieben habe?
Oder komme ich erst morgen mit einem Lkw wieder um das Motorrad zur naechsten Stadt zu Transportieren?
Ich laufe zur Magistrale.Links und Rechts ist ausser Bauemen nichts zu sehen.Ich laufe zuerst ca.2Km nach links zu der Stelle wo ich gestern nacht einen Lichtschein gesehen habe.Aber es waren nur die Scheinwerfer der Lkws,die sich den Berg raufgequaelt haben.
Jetzt laufe ich in die entgegengesetzte Richtung.An meinem Zeltplatz vorbei sind breite Reifenspuren im Wald verschwunden.Das Navigationssystem zeigt in Richtung der Reifenspuren einen grossen See an.Nachts habe ich Hundegebell und Feuergeruch wahrgenommen,andererseits fuehrt nicht mal eine Stromleitung in diese Richtung.
Ich beschliesse in Richtung der Bushaltestell zu laufen die ich ein paar Km vorher passiert habe.Hoffentlich ist sie fuer ein groesseres Dorf errichtet worden und nicht auf Verdacht.
Vorher speichere ich noch die Position des Motorrades ein,wer weiss wie weit ich laufe und ob ich mein Lager im dunklen noch finde.
Nach ein paar minuten haelt ein Lkw-fahrer in einem alten "Kamaz"an und fragt ob er mich ein stueck mitnehmen kann.
Ich habe mein Bilderbuch zum zeigen dabei.Neben die abbildung eines Reifens habe ich 17"geschrieben.
Ich kann ihm recht schnell erklaeren was mein Problem ist und was ich brauche."Warum hast du denn Reifen nicht mitgenommen?"fragt er mich.
"Zu schwer"sage ich und deute mit den Haenden die Groesse an.
Das ding ist kein Schubkarren-Rad.Er fahrt erstmal 10Km mit mir weiter .Dann gibt er einem anderen LKW ein Signal,der sich in entgegengesetzter Richtung weiterbewegt.
Beide Fahrer halten so auf der Autobahn das sie bequem von Fenster zu Fenster sprechen koennen.
Das Problem wird erklaert,ich wechsle das Fahrzeug.
Diesmal lande ich in einem kleinen "Las"der sich mit 70kmh durch die Landschaft quaelt.Der Fahrer ist fuer ein grosses Mobilfunkunternehmen unterwegs und liefert Schrauben zu den verschieden Funkmasten zwischen Chita und Khabarowsk.
"Ja'sagt er "wenn ich nach Khabarowsk fahren wuerde koennte ich dich mitnehmen,wir packen die Schrauben zur Seite und Stellen dein Motorrad hinten rein".
aber er faehrt Kurzstrecke.
Zumindest laesst er mich bei der naechsten servicestation raus.
Hier sind auf einem staubigen Platz an der Autobahn eine Tankstelle,ein Hotel und eine Reifenwerkstatt im Viereck aufgestellt.
Zuerst geh ich in die Reifenwerkstatt und frage die beiden angestellten die dort Rauchenderweise abhaengen nach Pumpe und Reifen.
eine Pumpe gibt es vielleicht im Laden nebenan aber einen 17 Zoll Motorradreifen?beide schuetteln den Kopf.
Also weiter.Im Laden nebenan frage ich zuerst nach der Pumpe.Die Verkauferin zeigt mir zuerst 12v Pumpen fuer die autosteckdose.Ich denke an die kleine Batterie meiner XL und verlange nach einer mechanischen Variante.Die Verkauferin greift nach unten und holt eine Grosse Fusspumpe hervor.Damit dauert es wenigstens nicht so lange.
Dann hole ich mein Buch hervor und zeige auf den Reifen.
"Was fuer ein Auto?"will sie wissen.
"Motorrad"antworte ich.Eine Stirn zieht sich in Falten.
Kurze spannungspause,dann verschwindet sie ins Reifenlager.
Nach 5min. kommt sie zurueck.Durch das Fenster ist sie nur bis zur huefte zu sehen.Aber sie traegt etwas schweres.
"Hier" sagt sie.uns stellt zwei Motrradreifen vor mir ab.Sofort stuerze ich mich auf die Beute um sie zu beschnueffeln.
17 zoll haben beide Reifen.Aber nur einer ist "Tube-type",also fuer Schlaueche geeignet.Der einzige Reifen denn ich verwenden kann hat zu allem Ueberfluss die Felgenbreite in mm aufgedruckt.Meine japanische originalfelge weisst ihre breite dagen in Zoll aus.Noch dazu zeigt das Aufgedruckte Datum auf dem Reifen die 58 kalenderwoche 2002 als Produktionsdatum an.Der Reifen ist gebraucht,hat aber noch Profil.
Friss oder Stirb.Ich kaufe den Reifen und die Pumpe fuer umgerechnet 70E.
Der Reifen ist Ironischerweise ein deutscher "Metzeler" aus brasilianischer Produktion.Irgendwie hat sich dieser Reifen aus Deutschland hierher verirrt um auf mich zu warten.
Jetzt nehme ich den naechsten LKW zurueck."Wo steht deine Maschine?"fragt der Fahrer.Ich schaue hinaus,aber alles sieht gleich aus.Ich bin viele Km an der Magistrale hin und her gefahren.Wo ist die Einfahrt zu meinem Versteck?
Mir wird kurz warm,dann erinnere ich mich an mein Navi.
Ich schalte es an und suche mein Motorrad unter den Favoriten.
"2.6 km" spaeter bin ich an Ziel.
Ich habe die Pumpe und den Reifen.Jetzt muss alles noch montiert werden.
Wie ich das Motorrad alleine aufbocke weiss ich ich inzwischen.Auch das Abziehen des alten Reifens gelingt gut.War er beim ersten mal noch wie angeklebt uns liess sich nur mit einem "Ratsch" von der Felge loesen ist inzwischen etwas Materialermuedung eingekehrt.
Der neue Reifen Zickt allerdings etwas.Mehr als 10Jahre hat er in seinem Regal abgelagert um jetzt noch mal an Licht gezerrt zu werden.Das gummi an der Wulst ist Elastisch wie ein Koffergriff.Ich bearbeite den Reifen mit beiden Haenden und Fuessen.Nichts.
Reifenmontagepaste die hier etwas helfen koennte habe ich nicht.Deshalb mische ich aus Shampoo und Wasser eine leicht seifige geschichte an.
Aber der Reifen will nicht.Es muss aber klappen.
Ich habe unendlich Zeit.Also Pause und nochmal.Mit den Knien druecke ich die eine Seite des Reifens ins Felgenbett und hebele mit den Haenden die andere Seite.Einer von uns beiden wird hier Kaputt gehen.
Tatsaechlich macht der Reifen kurz vorm Finale das gerauesch von reissendem Stoff.Aber schliesslich ist er drauf.Das Runde ins Eckige!
Ich baue alles wieder zusammen und belade die Maschine.Dann Fahre ich zu dem Rasthof wo ich den Reifen gekauft habe und stelle den Luftdruck richtig ein.Dann wird erstmal gefruehstueckt.Als ich rauskomme ist der Reifen immer noch Prall gefuellt.
Noch vor 4 Stunden war die Situation einigermasen Hoffnungslos aber jetzt habe ich einen "neuen"Reifen und eine Pumpe,
Die Reise geht weiter...
Montag, 3. Oktober 2011
Der tag des Reifens
Der Tag beginnt wie immer kalt aber dafuer liegt hier kein schnee mehr.Leider komme ich nur 100km weit,dann faengt das Motorrad an unruhig zu laufen.Ich fuerchte zu wissen was das bedeutet.Als ich die Maschine auf dem Seitenstreifen geparkt habe,sehe ich das der Hinterreifen Platt ist.
Wie wechselt man bei einer Maschine den hinterreifen die nur einen Seitenstaender hat?
Ich entlade die Maschine erst mal komplett,dann lege ich einen der Seitenkoffer quer unter den Motorblock.Die ganze Konstruktion ist zwar nicht sehr kippsicher aber mann kann alleine die Achse und das hinterrad ausbauen.
Leider ist der Reifen schon etwas ausgehaetet und wiedersetzt sich meinen Hebeleisen.Schliesslich ist der Mantel runter und ich taste ihn vorsichtig von innen ab,aber es ist keine Scherbe oder ein Nagel zu spueren.Ich baue alles wieder zusammen und fahre weiter.Diesmal schaffe ich 300km,dann eiere ich wieder auf den Standstreifen.Diesmal bi nich schneller mit dem ausbauen,ich pumpe den reifen auf und halte ihn mir mangels eines wasserbades direkt vors gesicht um das loch zu spueren.
Ich beschliesse gleich beide schlaeuche zu flicken.Ich markiere bei beiden das loch und lege sie nebeneinander.Dabei faellt mir auf,das beide loecher wie geklont aussehen.Ein grosser riss,daneben ein kleiner und in dem kleinen das loch.was immer mir den schlauch gestern zerstoert hat steckt noch im Reifen.
Ich taste den Reifen ab,es ist nicht zu spueren.Vielleicht eine scherbe,die sich erst durchbohrt wenn das motorrad auf dem Reifen steht?Wie soll ich 150 Kilo Druck simulieren und gleichzeitig den Reifen auf der innenseite abtasten?Der Feind steckt an einer bestimmten stelle im Mantel.Ich lege den Schlauch auf die Felge und bringe das Ventil und das ventilloch in der Felge in Einklang.Die Einbaulage des Schlauchs habe ich mir nicht gemerkt.Es bleibt aber in beide richtungen nur eine Zone von 10cm uebrig die in frage kommt.Ich druecke den Mantel so fest es geht ein und auf der innenseite wird eine Scharfe Kante spuerbar.Der Feind ist nicht im Reifen,der Feind ist der Reifen selbst.Die Karkasse ist gebrochen und die Stahldraehte des Mantels bohren sich in den Schlauch.
Ich bin 1000Km von Chita und 1000km von Khabarovsk entfernt.Und auch in diesen Staedten koennte es schwierig werden einen Motorradmantel zu kriegen.Ausserdem kann ich kein Geld abheben um den Reifen zu bezahlen.Schliesslich umwickele ich eine telefonkarte mit klebeband und lege sie von innen gegen den bruch im reifen,dann baue ich alles wieder zusammen.Diese Reparatur bringt mich nochmal 150km weiter,dann zerschneide ich einen alten Oelkanister und lege ihn in den reifen,100km.Am ende des tages habe ich den reifen 3 mal gewechselt ohne an etwas anderem als tankstellen und kleinen doerfern vorbeigekommenzu sein.
Als der Reifen das 4 mal eiert wird es gerade dunkel,ich rolle auf eine kleine lichtung neben der strasse,ich pumpe den reifen auf und kann es deutlich zischen hoeren.
Ich mache mein Handy an und stelle fest das ich netz habe,es ist kein haus weit und breit zu sehen,geschweige den ein Handymast.Ich Schreibe mit dem letzen Akku-rest in aller eile ein paar SMS um meine Faehre in Vladivostock buchen zu lassen und bitte meinen Kontakt in Khabarovsk nach einem 17Zoll reifen zu schauen.
Jetzt ist es fast dunkel.Heute wird kein Reifen mehr gewechselt.Ich schiebe dass Motorrad in Richtung Wald,da knackt es deutlich.Ich habe die Pumpe auf dem Ventil stecken lassen,beim losfahren ist sie zwischen die Speichen geraten.
In zwei teile zerbrochen liegt meine einzige Hoffnung den Reifen wieder aufzupumpen falls ich ihn nochmal flicken kann.
Ich bin jetzt wirklich in einer schlechten lage und zum teil auch noch selbst schuld.
Kurz spuere ich die Tendenz mir selbst Vorwuerfe zu machen doch es gibt jetzt kein wenn und aber mehr,
ich muss mir etwas einfallen lassen wenn ich aus dieser Scheisse wieder rauskommen will.
Das Zelt baue ich einigermasen schleppend auf,dann stelle ich den Wecker auf 6 Uhr,
morgen muss ich viel erledigen.
Wie wechselt man bei einer Maschine den hinterreifen die nur einen Seitenstaender hat?
Ich entlade die Maschine erst mal komplett,dann lege ich einen der Seitenkoffer quer unter den Motorblock.Die ganze Konstruktion ist zwar nicht sehr kippsicher aber mann kann alleine die Achse und das hinterrad ausbauen.
| Freiluft-Werkstatt |
Ich beschliesse gleich beide schlaeuche zu flicken.Ich markiere bei beiden das loch und lege sie nebeneinander.Dabei faellt mir auf,das beide loecher wie geklont aussehen.Ein grosser riss,daneben ein kleiner und in dem kleinen das loch.was immer mir den schlauch gestern zerstoert hat steckt noch im Reifen.
Ich taste den Reifen ab,es ist nicht zu spueren.Vielleicht eine scherbe,die sich erst durchbohrt wenn das motorrad auf dem Reifen steht?Wie soll ich 150 Kilo Druck simulieren und gleichzeitig den Reifen auf der innenseite abtasten?Der Feind steckt an einer bestimmten stelle im Mantel.Ich lege den Schlauch auf die Felge und bringe das Ventil und das ventilloch in der Felge in Einklang.Die Einbaulage des Schlauchs habe ich mir nicht gemerkt.Es bleibt aber in beide richtungen nur eine Zone von 10cm uebrig die in frage kommt.Ich druecke den Mantel so fest es geht ein und auf der innenseite wird eine Scharfe Kante spuerbar.Der Feind ist nicht im Reifen,der Feind ist der Reifen selbst.Die Karkasse ist gebrochen und die Stahldraehte des Mantels bohren sich in den Schlauch.
Ich bin 1000Km von Chita und 1000km von Khabarovsk entfernt.Und auch in diesen Staedten koennte es schwierig werden einen Motorradmantel zu kriegen.Ausserdem kann ich kein Geld abheben um den Reifen zu bezahlen.Schliesslich umwickele ich eine telefonkarte mit klebeband und lege sie von innen gegen den bruch im reifen,dann baue ich alles wieder zusammen.Diese Reparatur bringt mich nochmal 150km weiter,dann zerschneide ich einen alten Oelkanister und lege ihn in den reifen,100km.Am ende des tages habe ich den reifen 3 mal gewechselt ohne an etwas anderem als tankstellen und kleinen doerfern vorbeigekommenzu sein.
Als der Reifen das 4 mal eiert wird es gerade dunkel,ich rolle auf eine kleine lichtung neben der strasse,ich pumpe den reifen auf und kann es deutlich zischen hoeren.
Ich mache mein Handy an und stelle fest das ich netz habe,es ist kein haus weit und breit zu sehen,geschweige den ein Handymast.Ich Schreibe mit dem letzen Akku-rest in aller eile ein paar SMS um meine Faehre in Vladivostock buchen zu lassen und bitte meinen Kontakt in Khabarovsk nach einem 17Zoll reifen zu schauen.
Jetzt ist es fast dunkel.Heute wird kein Reifen mehr gewechselt.Ich schiebe dass Motorrad in Richtung Wald,da knackt es deutlich.Ich habe die Pumpe auf dem Ventil stecken lassen,beim losfahren ist sie zwischen die Speichen geraten.
In zwei teile zerbrochen liegt meine einzige Hoffnung den Reifen wieder aufzupumpen falls ich ihn nochmal flicken kann.
Ich bin jetzt wirklich in einer schlechten lage und zum teil auch noch selbst schuld.
Kurz spuere ich die Tendenz mir selbst Vorwuerfe zu machen doch es gibt jetzt kein wenn und aber mehr,
ich muss mir etwas einfallen lassen wenn ich aus dieser Scheisse wieder rauskommen will.
Das Zelt baue ich einigermasen schleppend auf,dann stelle ich den Wecker auf 6 Uhr,
morgen muss ich viel erledigen.
Sonntag, 2. Oktober 2011
"syma" heisst Winter
| hier knallts gleich |
Eigentlich hatte der Wetterbericht gutes Wetter vorausgesagt.Leider sah es dann morgens etwas anders aus....
Am Tag vorher bin ich noch im T-shirt rumgelaufen,jetzt liegt Schnee.
Schnell ist das Zelt susammengepackt und die Fahrt nach Chita geht weiter.Hier will ich etwas Geld abheben aber die Visa-Karte funktioniert nicht.Sofort wechsle ich etwas Geld aus meinem Guertel und kaufe noch 2l Oel fuer die 2000Km bis Khabarowsk.Ich verstaue die Kanister in meinem Packsack,irgendwo auf der Route oeffnet sich der verschluss des Sacks und ich verliere beide liter.
Hinter Chita schickt mich das Navigationssystem auf einen falschen abzweig,erst wir die strasse schlechter ,dann ist nur noch schotter zu sehen.Ich fahre bis es dunkel wir aber es kommt keine strasse in Sicht,ich muss im Zelt uebernachten.Mein Schlafsack ist bis -10Grad angegeben,aber in der nacht faellt die Temperatur weiter.Ich wache nachts auf und kann meine Fuesse nicht mehr spueren.
In der naehe habe ich ein Dorf gesehen,aber ich weiss nicht ob ein Hindernis zwischen mir und dem Dorf liegt.Ich ziehe es vor mein Fahrzeug nicht zu verlassen.
Abwechselnd ziehe ich den linken und den rechten Fuss an und massiere meine Fuesse,dann wird es waermer.Ich habe abwechselnd Angst zu erfrieren oder morgen eine Schuhnummer kleiner zu tragen,
dann wird es endlich hell.
Ich packe zusammen,alles ist gefroren,sogar der saft und das wasser aus der kiste sind zu Eis geworden.
Ich mache weiter den Versuch dem Navigationssystem zu folgen,aber es gibt keine Bruecke ueber den Fluss an den ich jetzt komme.
Ich stelle die Aufloesung auf 800m ein,Garmin ist sich sicher das ich auf einer bundesstr. bin aber ist nur ein verdammter feldweg.Ich fahre auf die naechste Huegelkuppe um einen Ueberblick zu kriegen.Unten ist ein dorf zu sehen,vielleicht ist dort die Bruecke?
Ich rolle langsam den weg hinunter.Auf dem weg liegt Schnee,unter dem Schnee ist Eis.Das merke ich allerdings erst als ich Bremsen will.Das hinterrad blockiert brav ,das vorderrad faengt an auszubrechen sobald ich die bremse nur antippe.Da wir uns bergab bewegen werde ich trotz funktinierender bremse immer schneller.Unter dem Glattgezogenen Schneee ist ein Graben.Bei etwa 30kmh rastet das vorderrad ein und wird weggerissen.
Die Maschine biegt links ab,ich rutsche geradeaus weiter.
Bei dem Sturz wird das vordere Schutzblech und der rechte blinker abgerissen.
Die Maschine ist aus und ich bleibe auch erst mal liegen.
So ist das also, ein Sturz im Schnee,Maschine oder Bein kaputt und dann langsam erfrieren.
Tatsaechlich bin ich unverletzt,aber die Angst ist als alleine-fahrer immer im hinterkopf.
Das ich nicht aufstehe liegt nicht am koerper sondern am Kopf.Ich weiss nicht ob sich das Risiko lohnt diesen vereisten weg weiter zu verfolgen.Es gibt kein Ziel mehr.
Trotzdem ist aufgeben keine Option und irgendwann wird es kalt am hintern.
"Also los" sag ich unt richte die Maschine und mich wieder auf.Ich schiebe ueber die vereiste strasse ins Tal,dann verschwindet der Weg auf einer Wiese.
Ich traue dem weg nicht.Normalerweise jagen die russen ihre Ladas ueber jeden untergrund,hier stimmt etwas nicht.
Die Maschine wird geparkt und ich laufe die strecke ab 3km.Dann knackt es unter meinen fuessen.das flussufer ist nicht weit ,es ist Eis.Ich werfe einen Stein ins Eis,er durchschlaegt es und versinkt mit einen "Blub"in dem Schlamm der sich unter dem Eis verbirgt.Das gesammte flussufer und die anliegende wiese ist aus einem guss mit Schnee ueberzogen.
Waehre ich die Strecke nicht abgelaufen haette es "Knack" gemacht und ich waehre in einem der kleinen Tuempel eingebrochen.
Ich gehe entmutigt zumMotorrad zurueck.Es hilft nichts,es gibt keinen Weg und keine Bruecke.Ich muss die vereiste Strasse wieder hoch auf der ich mein Schutzblech und einen teil meines mutes zurueckgelassen habe.Zum Glueck stell sich der weg bergauf als leichter heraus,wenn man die kupplung zieht wird man einfach langsamer.Ich fahre zurueck in die naechste Stadt.Hier wird erstmal getank,dann frage ich nach dem weg.Die ersten beiden Dorfbewohner behaupten glatt es gaebe keine Strasse.Der 3 macht mir erst eine Zeichnung,dann bringt er mich zur richtigen strasse.
Und dann kommt meine bruecke.Leider ist es eine einfache eisenbahnbruecke die von den Autos mitbenutzt wird."Fuer motorraeder gesperrt" warnt ein Schild.Aber es gibt keine alternative.Zwischen den Gleisen liegen Gummimatten um den spalt auszugleichen.Auf den Matten liegt Eis.
"Bruecken sind im Winter oft frueher verreist"stand in meinem Fahrschulbuch.
Jetzt fahre ich zwischen den gleisen im Schritttempo.Zwischen gummimatte und Gleis kann ich unter mir den Fluss entlangziehen sehen.
Als ich das erste drittel hinter mir habe faengt hinter mir die schranke an zu bimmeln die die bruecke fuer fahrzeuge sperrt.Aber ich kann nicht ausweichen und das motorrad hat keinen rueckwartsgang,also weiter.Ich rutsche ueber die gummimatten und habe schliesslich das andere ufer erreicht.Am horizont sehe ich eine gueterzug langsam auf mich zukommen.Also nichts wie raus aus dem gleisbett.Aber die gleise sind verreist und ich schon ein wenig hektisch.Ich Rutsche mit dem Vorderrad zwischen Gummimatte und schiene und die Maschine kippt auf die Seite.Ich bin sofort wieder auf den beinen und hebe erst das Vorder dann das Hinterrad ueber die Schienen.
Zum x -ten mal beglueckwunsche ich mich zu der entscheidung eine Maschine gewaehlt zu haben die ich selbst anheben kann.
Und nach 5 Km kommt endlich die strasse von der ich nachts getraumt haebe.Die "Magistrale",ein 2000Km Asphaltband zwischen Chita und Khabarosvsk.
| keine Bruecke |
| "Meine"Bruecke |
| on ice |
| Endlich wieder eine strasse! |
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